Ausgangslage
Der Store verkauft in sieben Sprachen. Übersetzt wurde von außen: Ein Dienst lag als Schicht vor dem Shop und tauschte die Texte beim Ausliefern aus. Das kostete 299 € im Monat, und Shopify selbst kannte diese Übersetzungen nicht. Gepflegt werden konnten sie nur im fremden System.
Dazu ein über die Jahre gewachsener App-Stack für Funktionen, die ein Theme selbst kann: Seitenbaukästen, Tabs, Ankündigungsleiste, Cross-Selling, Consent-Banner, ein Tracking-Skript. Jede App bringt eigene Skripte in jede Seite, kostet jeden Monat und macht das nächste Theme-Update unberechenbarer.
Was wir gebaut haben
Apps raus, Funktionen rein. Cross-Selling steckt jetzt direkt in Produktseite und Warenkorb, Produktdetails stehen ausgeschrieben statt hinter Tabs, Ankündigungsleiste und Inhaltsseiten sind normale Theme-Sektionen, die Einwilligung läuft über Shopifys eigenen Banner, die Newsletter-Anmeldung direkt gegen die Schnittstelle des Mail-Dienstes.
Theme im Repo. Das Live-Theme liegt versioniert im Repository, jede LOULEX-Anpassung ist im Code markiert und gegen die Herstellerversion vergleichbar. Inhalte, die das Team im Theme-Editor pflegt, landen täglich automatisch zurück im Repo.
Der Übersetzungs-Bot. Einmal pro Stunde: nachsehen, was fehlt oder veraltet ist, in kleinen Paketen übersetzen, prüfen, schreiben, berichten. Das Glossar hält Marken- und Fachbegriffe fest und legt fest, was nie übersetzt wird. Die Prüfung ist hart, wo es wehtut: HTML- und Liquid-Bausteine müssen unverändert bleiben, Links, Zahlen und Platzhalter ebenso. Was auffällt, geht in Quarantäne statt in den Shop. Häufen sich Befunde, bricht der Lauf ab.
Nachvollziehbar und umkehrbar. Jeder Lauf schreibt ein Protokoll mit den Werten davor, jede Änderung geht als Mail raus, ein Rollback nimmt einen kompletten Lauf zurück. Felder, die das Team im Shopify-Admin selbst korrigiert hat, bleiben dabei unangetastet.
Was der Bot nicht anfasst. Rechtstexte, Adressen von Seiten, E-Mail-Vorlagen, Versandtexte, Bildbeschreibungen. Die Quelle bleibt Deutsch, gepflegt im Shopify-Admin.
Ergebnis
- Laufende Lizenzkosten fallen weg: 299 € im Monat für die Übersetzung, dazu rund 60 € für die abgelösten Apps. Nach unserer Hochrechnung ist der Umbau nach rund neun Monaten günstiger als der bisherige Weg.
- Sechs Apps entfernt. Ihre Funktionen laufen jetzt im Theme, ohne zusätzliche Skripte in jeder Seite.
- Sieben Sprachen als native Shopify-Übersetzungen, rund 14.000 Wörter je Sprache, gepflegt aus dem deutschen Quelltext.
- Schneller und technisch sauberer. Ohne die App-Skripte lädt der Shop spürbar schneller, und der Wert im Ahrefs-Site-Audit hat sich gegenüber dem alten Stand verdreifacht.
- Begrenzt statt unbegrenzt. Der Bot verarbeitet höchstens 5.000 Wörter und 300 Felder pro Stunde. Das hält die Kosten planbar und verhindert, dass ein Fehler den ganzen Katalog erwischt.
Erkenntnis
Übersetzen ist der einfache Teil. Der Unterschied liegt davor und danach: im Glossar, das Markenbegriffe schützt, in den Prüfungen, die kaputte Platzhalter abfangen, und im Protokoll, mit dem sich jeder Lauf zurücknehmen lässt.
Und Apps sind bequem, aber ihr Preis steht nicht nur auf der Rechnung. Er steht auch in der Ladezeit und in den Technik-Werten der Seite.
